Reisetage Norwegen
Von Andøya über die Lofoten nach Moskenes
22. Juni 2025 – Von Andøya über die Lofoten nach Moskenes
An diesem Morgen hatten wir uns einiges vorgenommen. Vor uns lag eine lange Etappe: Von den Vesterålen sollte es durch die Lofoten bis nach Moskenes gehen. Dort wollten wir übernachten; am folgenden Tag sollte uns die Fähre weiter nach Bodø auf das norwegische Festland bringen.
Doch bevor wir Andøya endgültig den Rücken kehrten, wollten wir uns noch einmal Zeit nehmen. Für einen solchen Reisetag hatten wir zwar eine beträchtliche Strecke vor uns – aber einfach nur Kilometer abzuspulen, war schließlich nicht der Sinn unserer Reise.
Noch einmal nach Bleik
Unser erster Abstecher führte uns noch einmal nach Bleik. Der breite Strand, das Meer und die Berge im Hintergrund boten eine dieser Aussichten, für die man Nordnorwegen nur ungern wieder verlässt. Also hielten wir noch einmal an und genossen die Landschaft, bevor wir uns endgültig auf den Weg nach Süden machten.
Ein letzter Birding-Stopp auf Andøya
Moorschneehuhn (Lagopus lagopus) Willow Ptarmigan
Anstatt gleich die schnellste Strecke zu nehmen, ließen wir uns über eine Nebenstraße zu einem weiteren Birding-Hotspot führen. Und schon unterwegs zeigte sich wieder, warum sich solche kleinen Umwege lohnen: Am Straßenrand tauchte plötzlich ein Moorschneehuhn auf. Gut, dass wir ohnehin eher gemütlich unterwegs waren.
Anstatt gleich die schnellste Strecke zu nehmen, ließen wir uns über eine Nebenstraße zu einem weiteren Birding-Hotspot führen. Und schon unterwegs zeigte sich wieder, warum sich solche kleinen Umwege lohnen: Am Straßenrand tauchte plötzlich ein Moorschneehuhn auf. Gut, dass wir ohnehin eher gemütlich unterwegs waren.
Marmelkroken bei Bø
Unser Ziel war Marmelkroken bei Bø auf der Außenseite Andøyas. Dort grenzt die Küste an ein ausgedehntes Feuchtgebiet mit einem besonders reichen Vogelleben – ein entsprechend interessanter Platz für Vogelbeobachtungen. Marmelkroken selbst beschreibt die Umgebung als Feuchtgebiet, in dem sich vom Frühjahr bis in den Herbst zahlreiche Vogelarten beobachten lassen.
Auch hier begegneten uns wieder Große Brachvögel. Wie schon am Vortag hatten wir fast den Eindruck, von den Altvögeln aufmerksam beobachtet und kontrolliert zu werden.
Großer Brachvogel (Numenius arquata) Eurasian Curlew
Große Brachvögel bei Marmelkroken: Auf den feuchten Küstenwiesen nutzten die Brachvögel einzelne Felsen als erhöhte Beobachtungspunkte.
Mittelsäger (Mergus serrator) Red-breasted Merganser
Mittelsäger bei Marmelkroken: Im flachen Küstenwasser ruhten mehrere Mittelsäger auf den aus dem Wasser ragenden Felsen. Im Kreisausschnitt ist ein Weibchen vergrößert dargestellt.
Mittelsäger bei Marmelkroken: Im flachen Küstenwasser ruhten mehrere Mittelsäger auf den aus dem Wasser ragenden Felsen. Im Kreisausschnitt ist ein Weibchen vergrößert dargestellt.
Star (Sturnus vulgaris) Starling
Star bei Marmelkroken: Zwischen Küstenwiese und den Gebäuden entdeckten wir einen Star, der unmittelbar vor seinem Nistkasten auf einer kleinen Sitzstange saß.
Austernfischer (Haematopus ostralegus) Eurasian Oystercatcher
Austernfischer an der Küste: Zwischen den Felsen im flachen Küstenwasser gehörte auch der Austernfischer zu den typischen Begleitern unseres Birding-Stopps bei Marmelkroken.
Graureiher (Ardea cinerea) Grey Heron
Graureiher bei Marmelkroken: Vor der eindrucksvollen Bergkulisse der Andøya-Küste flog ein Graureiher über das Gelände – in der Vergrößerung ist die charakteristische Kopf- und Flügelzeichnung gut zu erkennen.
Schilfrohrsänger (Acrocephalus schoenobaenus) Sedge Warbler
Schilfrohrsänger bei Marmelkroken: Auf demselben Pfahl, an dem auch der Nistkasten des Stars befestigt war, hatte der Schilfrohrsänger seine Singwarte bezogen und trug von dort seinen Gesang vor. Im Hintergrund erheben sich die steilen Berge hinter der Küstenlandschaft.
Über Sortland und Stokmarknes
Nachdem wir Andøya hinter uns gelassen hatten, führte unsere Strecke weiter nach Süden. Kurz vor Sortland wartete bereits die nächste interessante Begegnung auf uns.
Begegnung mit der MS Nordlys
Kurz bevor wir Sortland erreichten, entdeckten wir auf dem Sortlandssundet ein bekanntes rot-weiß-schwarzes Schiff: die MS Nordlys von Hurtigruten. Sie war auf ihrer südgehenden Route unterwegs und näherte sich ebenfalls Sortland, wo sie planmäßig gegen 12:30 Uhr anlegen sollte.
Sortlandsbrua: Über den Sortlandssundet ging es weiter nach Süden in Richtung Stokmarknes und Lofoten.
Wenig später erreichten wir Stokmarknes, einen für die Geschichte der Hurtigruten ganz besonderen Ort. Schon im Vorbeifahren fiel uns das moderne Hurtigrutenmuseum am Hafen auf. Sein Blickfang ist die MS Finnmarken von 1956, die heute wie ein riesiges „Schiff in der Flasche“ von einer gläsernen Museumshalle umschlossen wird. Das ehemalige Hurtigruten-Schiff kann im Museum besichtigt werden; erhalten geblieben sind unter anderem Brücke, Maschinenraum, Kabinen und der Speisesaal.
Für einen längeren Museumsbesuch blieb uns an diesem Tag allerdings keine Zeit. Unser Ziel lag noch weit im Süden: Moskenes auf den Lofoten. Also ging es weiter über Stokmarknes in Richtung Melbu – und damit hinein in den nächsten Abschnitt unserer langen Fahrt durch die Inselwelt Nordnorwegens.
Mit der Fähre von Melbu nach Fiskebøl
Nach unserem kurzen Blick auf das Hurtigrutenmuseum in Stokmarknes ging es weiter nach Melbu. Dort wartete bereits die nächste Etappe unserer Fahrt: die Fähre über den Hadselfjorden nach Fiskebøl auf Austvågøya. Damit wechselten wir endgültig von den Vesterålen auf die Lofoten.
Die kurze Überfahrt war eine willkommene Pause nach den vielen Kilometern auf der Straße. Vom Deck aus öffnete sich der Blick auf das ruhige Wasser und die markanten Berge der Lofoten – ein Vorgeschmack auf die Landschaft, die uns auf dem weiteren Weg nach Süden noch begleiten sollte.
Am Fähranleger in Melbu: Mit der Fähre setzten wir über den Hadselfjorden nach Fiskebøl über – und wechselten damit von den Vesterålen auf die Lofoten.
Auf dem Hadselfjorden: Hinter unserer Fähre blieb Melbu langsam zurück, während vor uns die Bergwelt der Lofoten näher rückte.
Die andere Seite der Lofoten
Fast jede Bucht mit besonderer Aussicht und viele der schönsten Plätze schienen bereits von Wohnmobilen belegt zu sein. An manchen bekannten Punkten drängten sich Besucher auf den Straßen und Parkplätzen – häufig mehr mit dem nächsten Foto oder Selfie beschäftigt als mit dem Verkehr um sie herum.
Für uns war das allerdings kein größeres Problem. Wir wollten an diesem Tag ohnehin weiter bis Moskenes.
Unterwegs auf den Lofoten: Zwischen Fjorden, felsigen Buchten und steilen Bergen führte unsere Strecke immer weiter nach Süden – landschaftlich eindrucksvoll, aber an vielen Aussichtspunkten deutlich vom Sommertourismus geprägt.
Weiter Richtung Moskenes: Über Brücken und schmale Straßen ging es durch die dramatische Berglandschaft der Lofoten. Unser Ziel für diesen langen Fahrtag blieb Moskenes ganz im Süden der Inselgruppe.
Ankunft in Moskenes
Am Abend erreichten wir schließlich den Campingplatz in Moskenes. Mit einem Wohnmobil hätten unsere Chancen auf einen Stellplatz vermutlich deutlich schlechter ausgesehen. Mit unserem kleinen Auto und dem Zelt fand sich jedoch noch ein Platz auf der Wiese.
Damit war dieser lange Reisetag geschafft.
Kurz vor Moskenes: Ruhiges Wasser, kahle Bergrücken und kleine Siedlungen begleiteten uns auf den letzten Kilometern dieses langen Fahrtages durch die Lofoten.
Campingplatz in Moskenes: Am Ende unseres langen Fahrtages fanden wir auf der Wiese noch einen Platz für unser Zelt.
Ruhig wurde die Nacht allerdings nicht: Später
traf noch eine Gruppe von etwa zwölf Motorradfahrern ein, die ebenfalls
ihre Zelte aufschlug. Damit war für Unterhaltung bis weit in die Nacht hinein
gesorgt – wenn auch nicht unbedingt zu unserer Freude.
Am nächsten Tag sollte es dann mit der Fähre
von Moskenes über den Vestfjord nach Bodø gehen und damit zurück auf das
norwegische Festland.