Reisetage Norwegen
Nordkapp – Schneeammern, Magerøya und Honningsvåg
15. und 16 Juni 2025 Unsere Fahrt ans Nordkap
Am Morgen des 15. Juni hieß es für uns Abschied nehmen vom Varangerfjord. Wir packten unsere Sachen zusammen, räumten die kleine Unterkunft und verstauten alles im Auto. Nach zehn erlebnisreichen und ornithologisch sehr erfolgreichen Tagen machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel. Im Navi gaben wir das Scandic Nordkapp ein.
Ursprünglich stand das Nordkap gar nicht unbedingt auf unserem Reiseplan. Doch eine Vogelart fehlte noch immer auf unserer Wunschliste: die Schneeammer. Aus früheren Reisen wussten wir, dass sich gerade an touristisch stark frequentierten Orten manchmal erstaunlich gute Beobachtungsmöglichkeiten ergeben. Einige Vogelarten haben sich dort an Menschen gewöhnt und lassen sich mit etwas Glück sogar aus nächster Nähe beobachten.
So entstand die Hoffnung, ausgerechnet am Nordkap endlich unsere noch fehlende Schneeammer zu finden.
Unsere Hütte in Vestre Jakobselv – das Auto ist bereits für die Weiterfahrt Richtung Nordkap gepackt.
Auf dem Weg zum Nordkap begegneten uns immer wieder Rentiere direkt an der Straße – hier unmittelbar neben dem Wegweiser nach Nordkapp.
Unser Zimmer im Hotel Scandic Nordkapp – Ausgangspunkt für unseren Aufenthalt am Nordkap.
Nachdem wir unser Quartier im Scandic Nordkapp bezogen haben, machen wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum eigentlichen Ziel dieser Reiseetappe: dem Nordkapp.
Die Straße führt in zahlreichen Kurven durch die karge Hochlandschaft der Insel Magerøya. Schon die Fahrt dorthin ist beeindruckend. Die Landschaft wirkt weit, rau und fast baumlos – ganz anders als die Regionen, die wir in den vergangenen Tagen am Varangerfjord kennengelernt haben.
Schließlich erreichen wir den großen Parkplatz am Nordkapp. Auf einen Besuch des Nordkapp-Museums verzichten wir allerdings. Der Eintritt erscheint uns für einen kurzen Aufenthalt schlicht zu teuer. Stattdessen gehen wir direkt zum berühmten Globus, dem wohl bekanntesten Wahrzeichen des Nordkapps.
Ankunft auf dem großen Parkplatz am Nordkap – trotz des bedeckten Himmels war hier bereits einiges los.
Geschafft – vor dem berühmten Globus am Nordkapp, einem der bekanntesten Fotomotive unserer Reise.
Natürlich gehört auch der Blick hinaus über das Meer dazu. Wir suchen die Wasserfläche und die Felsküste aufmerksam nach Vögeln ab. Einige Möwen sind zu entdecken, doch sie sind so weit entfernt, dass eine sichere Bestimmung schwer möglich ist.
Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) Black-legged Kittiwake
Blick vom Nordkapp über die steile Küstenlandschaft und das Nordmeer – weit draußen konnten wir einige Möwen beobachten, die Dreizehenmöwe davon ist im Ausschnitt vergrößert dargestellt.
Der berühmte Globus am Nordkapp steht direkt an der steilen Felskante hoch über dem Nordmeer.
Nach einiger Zeit machen wir uns wieder auf den Weg zurück zum Parkplatz. Eigentlich hatten wir unsere Hoffnung auf die noch fehlende Vogelart schon fast aufgegeben.
Doch dann kommt der entscheidende Moment.
Zwischen den abgestellten Autos läuft plötzlich eine Schneeammer über den Boden. Kurz darauf erscheint auch noch das dazugehörige Männchen. Genau hier, mitten auf dem Parkplatz des Nordkapps, finden wir also tatsächlich die Vogelart, wegen der wir den Abstecher überhaupt unternommen haben.
Auf dem Parkplatz am Nordkapp entdeckten wir zwischen den Wohnmobilen schließlich die erhofften Schneeammern.
Schneeammer (Plectrophenax nivalis) Snow Bunting
Zwischen den Wohnmobilen auf dem Parkplatz am Nordkapp entdeckten wir schließlich ein Schneeammer-Paar – oben das Weibchen, unten das auffällig schwarz-weiße Männchen.
Nach unserem kurzen Besuch am Nordkapp fuhren wir weiter nach Gjesvær. Aus verschiedenen Broschüren wussten wir, dass von dort aus sogenannte Seabird Safaris zu den vorgelagerten Vogelinseln angeboten werden.
Die Fahrt führte erneut durch die karge Hochlandschaft der Insel Magerøya. Über zahlreiche Kurven und Serpentinen ging es vorbei an Seen und felsigen Hängen. An einem der Seen entdeckten wir sogar ein Sterntaucher, Mittelsäger und Silbermöwen.
Auf der Weiterfahrt nach Gjesvær kamen uns mehrere Quads entgegen – eine typische Begegnung auf den schmalen Straßen der Insel Magerøya.
Auf dem Weg nach Gjesvær begegneten uns immer wieder Rentiere – hier eine ganze Gruppe unmittelbar am Straßenrand.
Sterntaucher (Gavia stellata) Red-throated Diver
In einem kleinen See auf Magerøya entdeckten wir einen Sterntaucher – im Bildausschnitt ist der Vogel vergrößert dargestellt.
Mittelsäger (Mergus serrator) Red-breasted Merganser
Silbermöwe (Larus argentatus) Herring Gull
Auf einem größeren Gewässer auf Magerøya beobachteten wir mehrere Mittelsäger und Silbermöwen – die Vögel sind in den Ausschnitten vergrößert dargestellt.
In Gjesvær angekommen, begegneten uns zunächst Graugänse mit ihren Gösseln. Schon bald fanden wir auch das Büro der Bird Safari, wo wir uns über die angebotenen Bootstouren und die Abfahrtszeiten informierten. Direkt vor dem Büro hielten sich Haussperlinge auf, während am Ufer Silbermöwen zu beobachten waren.
Graugans (Anser anser) Greylag Goose
Graugänse mit ihren Jungen am Ufer eines kleinen Gewässers auf Magerøya.
Haussperling (Passer domesticus) House Sparrow
Haussperlinge beim ausgiebigen Staubbad auf dem kiesigen Boden – ein schönes Verhalten, das wir auf Magerøya beobachten konnten.
Da wir bis zum Abend noch genügend Zeit hatten, beschlossen wir, einen Abstecher nach Honningsvåg zu machen. Der Ort war uns bereits von einer früheren Reise vertraut: In der Weihnachtszeit 2021 hatten wir Honningsvåg während einer Polarlichtreise mit dem Hurtigruten-Schiff „Nordkapp“ besucht. Damals lag die Stadt tief verschneit vor uns, und bei einem kurzen Aufenthalt konnten wir den winterlichen Hafen erleben.
Nun suchten wir noch einmal jene Stelle auf, von der wir seinerzeit auf die Boote und Häuser im Schneetreiben geblickt hatten. Diesmal bot sich uns ein völlig anderes Bild: Statt Schnee und winterlicher Dunkelheit erwarteten uns sommerliche Temperaturen und die langen, hellen Tage des nordischen Sommers. So konnten wir Honningsvåg aus einer ganz anderen Perspektive erleben und die Eindrücke direkt mit unserem Winterbesuch vergleichen.
Im Hafen hatte gerade das große Kreuzfahrtschiff „Costa Favolosa“ festgemacht. Viele seiner Passagiere waren vermutlich bereits mit Bussen auf dem Weg zum Nordkapp. Bei unserem Besuch im Winter 2021 war ein geplanter Ausflug dorthin wegen starken Schneegestöbers abgesagt worden. Diesmal hatten wir mehr Glück: Bereits am Vormittag hatten wir das Nordkapp bei deutlich besseren Bedingungen besuchen und damit ein Ziel nachholen können, das uns bei unserer damaligen Winterreise verwehrt geblieben war.
Honningsvåg im Winter 2021 – tief verschneit erlebten wir den Hafen während unserer damaligen Reise mit dem Hurtigruten-Schiff „Nordkapp“.
Honningsvåg im Sommer 2025 – derselbe Hafen wie bei unserem Winterbesuch 2021, diesmal bei blauem Himmel, grünen Hängen und nahezu schneefreier Landschaft.
Nun bot sich uns ein völlig anderes Bild. Ohne Schnee, bei sommerlichen Temperaturen und langen hellen Tagen konnten wir Honningsvåg noch einmal ganz neu kennenlernen und die Eindrücke direkt mit unserem Winterbesuch vergleichen.
Im Hafen hatte gerade das große Kreuzfahrtschiff Costa Favolosa festgemacht. Viele der Passagiere waren vermutlich bereits mit Bussen auf dem Weg zum Nordkapp. Bei unserem Besuch im Winter 2021 war ein geplanter Ausflug dorthin wegen starken Schneegestöbers abgesagt worden. Auch deshalb hatten wir uns vorgenommen, das Nordkapp diesmal im Sommer noch einmal zu besuchen.
Die „Costa Favolosa“ im Hafen von Honningsvåg
Die „Costa Favolosa“ überragt den Hafenbereich von Honningsvåg, während davor zahlreiche Quads für Ausflüge bereitstehen.
Am Abend machten wir uns schließlich auf den Rückweg und
fuhren zurück zu unserem Hotel.