Reisetage Norwegen
Der Kampfläuferbalzplatz auf Vadsø
05. Juni 2025 Vadsø und Ekkerøy
Ein erster ganzer Tag am Varangerfjord lag vor uns. Unser
erstes Ziel: Vadsøya, die Insel ist mit der Stadt Vadso durch eine Brücke
verbunden. Berühmtheit bekam das Inselchen durch den Luftschiffmast – Luftskipsmasta
für die Luftschiffe Norge und Italia der Nordpolexpeditionen von Amundsen und
Nobile 1926 und 1928. An dem nahegelegenen See Dammen wartete allerdings die
eigentliche Attraktion auf uns.
Schon auf dem Weg zum See durch das Naturschutzgebiet
begegneten wir einem Rotschenkel und
einem Goldregenpfeifer. Insgesamt war es trotz frischem Wind frühlingshaft. Die
Weidenbüsche trugen Kätzchen und die Moospolster blühten in Pink. Die dunklen
Felsen waren übersät mit kleinen gelben Blumen.
Wir erreichten den See: Zunächst einmal waren da
Odinshühnchen, die in Balzlaune waren.
Und dann flog ein ganzer Trupp Kampfläufer ein, Männchen und
Weibchen gemeinsam. Sie landeten direkt am See auf einer Wiese. Und schon war
die Party im Gange. Die Männchen imponierten und legten sich ins Zeug, die
Weibchen schlenderten zwischen den bunten Kombattanten hin und her und machten
sich ihr Bild von den Bewerbern. Mehrere Reiherenten am Ufer wurden vom
Partygeschehen geweckt und zogen sich verwirrt zurück, nachdem sie in der Hitze
der Kampfläuferbalz auch noch angerempelt wurden.
Kampfläufer (Calidris pugnax) Ruff
Odinshühnchen (Phalaropus lobatus) Red-necked phalarope
Bei den Odinshühnchen brütet das unscheinbarere Männchen ( im Bild oben ) und zieht die Jungen auf. Das Weibchen ist prächtiger gefärbt.
Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) Black-legged kittiwake
Goldregenpfeifer (Pluvialis apricaria) Golden plover
Nach diesem furiosen Start gondelten wir weiter entlang des
Varangerfjords nach Ekkeroy mit seinen beiden halbmondförmigen Stränden rechts
und links der Dorfstrasse und den alten Bootsschuppen auf Stelzen. 2015 waren
hier zahlreiche Küstenseeschwalben, die schon brüteten und entsprechend
wehrhaft auf einen herabstießen. Diesmal sahen wir gerade mal eine. Wir erkundeten
dann den Vogelfelsen, der hinter Ekkeroy
und seinem Hafen aufragt.
Auf den Felsterrassen gibt es Wohnraum für Dreizehenmöwen
und Trottellummen.
Ein schmaler Pfad führte uns nach oben auf die Klippe mit
respektvollem Abstand zur Felskante. Ab und an segelte eine Dreizehenmöwe
entlang der Abbruchkante, um dann zu verschwinden, weil sie ihren Brutplatz von
oben ansteuerte.
Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) Black-legged kittiwake
Trottellumme (Uria aalge) Common murre
Kittywake – der englische Name der Dreizehenmöwe gibt
lautmalerisch ihren Ruf wieder. Dreizehenmöwen nutzen zum Brüten Felsvorsprünge
oder auch in den Ortschaften der Finnmark Fensterbänke. In Deutschland gibt es
sie übrigens auch, nur auf Helgoland, der Felseninsel in der Nordsee.
Ekerroy
Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) Arctic tern
Sturmmöwe (Larus canus) Common gull
Silbermöwe (Larus argentatus) European herring gull
Mantelmöwe (Larus marinus) Great black-backed gull
Am Hafen von Ekkeroy konnten wir drei weitere Möwenarten
beobachten, eine Sturmmöwe hatte eines der alten Boote für sich als Nistplatz
entdeckt, Silbermöwen und die noch größere Mantelmöwe standen am Kai, als ob
sie auf die tägliche Fischlieferung warten würden. Allerdings wirkte der Hafen
fast menschenleer. Irgendwann kam dann aber auch ein Bus, wendete und fuhr auf
der Uferstraße wieder zurück. Auch wir machten uns allmählich auf den Rückweg.
Wir wollten noch einkaufen und in unserer gemütlichen Hütte die Bilder des
Tages sichten. Am nächsten Tag sollten wir dann einer anderen Möwenfamilie begegnen,
die für die Tundralandschaften typisch ist: Den Raubmöwen.