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Walsafari vor Andøya – Grindwale und Eissturmvögel - Nordskandinavien

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Reisetage Norwegen
Walsafari vor Andøya – Grindwale und Eissturmvögel
REISEBERICHT
20. Juni 2025 – Walsafari vor Andøya – Grindwale und Eissturmvögel
Nach unserem selbst organisierten Frühstück in der großen Gemeinschaftsküche unserer Unterkunft machten wir uns auf den Weg nach Andenes. Der Campingplatz hatte sich inzwischen weiter gefüllt, und immer mehr Wohnmobile kamen uns entgegen. Wir waren froh, bereits am Vortag auf den Vesterålen angekommen zu sein, denn für das bevorstehende sonnige Wochenende zeichnete sich ein reger Anreiseverkehr ab.
Da wir uns um keine Unterkunft mehr kümmern mussten, konnten wir den Tag ganz unseren ornithologischen Interessen widmen. Unsere Devise lautete: Birden und Erkunden!
Karte der Reiseroute durch Nordskandinavien 2025 mit Oulu, Inari, Nordkap, Gildentun und Andøya
RIB-Boote von Whale2Sea und Whalesafari Andenes im Hafen vor der Walsafari
Später am Hafen von Andenes lagen die RIB-Boote von Whale2Sea / Whalesafari Andenes für ihre nächste Ausfahrt bereit. Mit einem dieser schnellen Schlauchboote wollten wir hinaus auf den offenen Atlantik, um Grindwale und Eissturmvögel zu beobachten – möglichst nah an der Wasseroberfläche und mitten im Geschehen.
Bereits am Golfplatz legten wir einen ersten Beobachtungsstopp ein. Dort entdeckten wir Große Brachvögel, die mit ihren halbwüchsigen Jungen unterwegs waren. Anschließend fuhren wir zum weithin sichtbaren roten Leuchtturm von Andenes, den wir uns zumindest von außen näher ansahen.
Junge Große Brachvögel auf dem Golfplatz von Andenes mit vergrößertem Altvogel
Großer Brachvogel (Numenius arquata) Eurasian Curlew
Bereits am Golfplatz von Andenes legten wir einen ersten Beobachtungsstopp ein. Auf den kurz gemähten Rasenflächen entdeckten wir mehrere halbwüchsige Große Brachvögel (Numenius arquata), die auf Nahrungssuche waren. Im vergrößerten Bildausschnitt ist ein Altvogel mit seinem charakteristischen langen, abwärts gebogenen Schnabel zu sehen.
Roter Leuchtturm von Andenes auf der Insel Andøya
Der weithin sichtbare rote Leuchtturm von Andenes war eines unserer ersten Ziele auf der Insel Andøya. Wir besichtigten das markante Bauwerk von außen, bevor wir uns am Hafen nach einer geeigneten Bootstour zur Beobachtung von Walen und Eissturmvögeln umsahen.
Nun stellte sich die Frage, ob wir noch einmal aufs Meer hinausfahren sollten. Zur Auswahl standen eine Bootstour zu den Papageitaucherkolonien und verschiedene Walsafaris. Nach unseren eindrucksvollen Erlebnissen auf Hornøya und den Gjesværstappan hatten wir allerdings schon zahlreiche Seevögel aus nächster Nähe beobachten können. Eine Art stand dennoch ganz oben auf unserer Wunschliste: der Eissturmvogel.
Am Hafen fanden wir schließlich einen Anbieter, dessen Tour mit einem RIB-Boot uns besonders zusagte. Die Aussicht, in einem kleinen, schnellen Schlauchboot dicht über der Wasseroberfläche hinaus auf den offenen Atlantik zu fahren, war reizvoll. Zudem versprachen wir uns dort gute Chancen, Eissturmvögel zu beobachten.
Vogelbeobachtung in Andenes
Das junge Team am Empfang beantwortete unsere Fragen fachkundig und überzeugte uns schließlich, die nächste freie Walsafari am frühen Nachmittag zu buchen
 
Bis zur Abfahrt blieb noch etwas Zeit. Wir parkten unser Auto in Hafennähe, stärkten uns im Café Lysverket, liefen durch den Ort Andenes und entdeckten Möwen und Seeschwalben in der Nähe des Hafens.
Dreizehenmöwe am Nest auf einem Fenstersims in Andenes
Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) Black-legged Kittiwake
Nicht nur auf den Hauswänden, sondern auch an den Gebäuden selbst begegneten uns Möwen. An den Fenstersimsen eines Hauses in Andenes hatten Dreizehenmöwen (Rissa tridactyla) ihre Nester angelegt. Ein ungewöhnlicher Brutplatz mitten im Ort, an dem sich die Vögel aus nächster Nähe beobachten ließen.
Wandgemälde mit Fischer und Möwen im Hafenort Andenes
Auf unserer Exkursion durch Andenes entdeckten wir dieses farbenfrohe Wandgemälde, das eine Möwe als Fischer und mehrere Möwen mit Schal zeigt. Die maritime Gestaltung passt zum Charakter des kleinen Hafenortes, in dem Fischerei und Seevögel das Ortsbild prägen.
Während immer mehr Autos, Motorräder und Wohnmobile durch Andenes fuhren, herrschte auch auf den Brachflächen neben dem Hafen reger Betrieb. Hier entdeckten wir zahlreiche brütende Sturmmöwen und Seeschwalben.
 
Und wieder standen wir vor einer uns wohlbekannten Bestimmungsfrage: Waren es Flussseeschwalben oder Küstenseeschwalben?

Bei der Bestimmung der Seeschwalben schauten wir besonders genau hin. Fluss- und Küstenseeschwalben ähneln sich im Brutkleid sehr. Die langen Schwanzspieße, der durchgehend rote Schnabel und die insgesamt kurzen Beine der von uns fotografierten Vögel sprachen jedoch für Küstenseeschwalben (Sterna paradisaea).
Besonders eindrucksvoll war es, die Vögel aus nächster Nähe bei der Brut auf den steinigen, nur spärlich bewachsenen Flächen neben dem Hafen beobachten zu können.
Küstenseeschwalben am Nest auf einer steinigen Brachfläche am Hafen von Andenes
Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) Arctic Tern
Auf den steinigen, nur spärlich bewachsenen Brachflächen neben dem Hafen von Andenes entdeckten wir brütende Küstenseeschwalben. Trotz des regen Betriebs im Hafen zogen die Vögel hier ihren Nachwuchs auf. Im vergrößerten Bildausschnitt ist ein Altvogel mit seinem Jungvogel zu sehen.
Sturmmöwen auf steinigem Brutgelände nahe dem Hafen von Andenes
Sturmmöwe (Larus canus) Common Gull
Auch Sturmmöwen nutzten die steinigen Brachflächen am Hafen von Andenes als Brutgebiet. Zwischen niedriger Vegetation und Geröll entdeckten wir zahlreiche Vögel, die sich hier trotz der unmittelbaren Nähe zum geschäftigen Hafen niedergelassen hatten.
Ausgefärbter Seeadler auf einem Felsen der Hafenmole von Andenes
Seeadler (Haliaeetus albicilla) White-tailed Eagle
Auch ein Seeadler (Haliaeetus albicilla) hatte sich einen erhöhten Aussichtspunkt ausgesucht. Von einem Felsen auf der Hafenmole aus überblickte er das Hafengebiet von Andenes. Sein heller Kopf, der kräftige gelbe Schnabel und der weiße Schwanz kennzeichnen ihn als ausgefärbten Altvogel.
Mantelmöwe auf einer mit Seetang bedeckten Felsinsel im Hafen von Andenes
Mantelmöwe (Larus marinus) Great Black-backed Gull
Auf einer kleinen, mit Seetang bedeckten Felsinsel im Hafen von Andenes entdeckten wir eine Mantelmöwe. Mit ihrem dunklen Rücken, dem kräftigen gelben Schnabel und den rosafarbenen Beinen ist sie die größte Möwenart Europas.
Austernfischer auf Küstenfelsen am Hafen von Andenes
Austernfischer (Haematopus ostralegus) Eurasian Oystercatcher
Auch ein Austernfischer gehörte zu den Beobachtungen rund um den Hafen von Andenes. Mit seinem schwarz-weißen Gefieder, dem langen roten Schnabel und den rosafarbenen Beinen ist er selbst zwischen den dunklen Küstenfelsen kaum zu übersehen.
Bildfolge einer Silbermöwe, die eine Muschel oder Schnecke auf Asphalt fallen lässt und wieder aufnimmt
Silbermöwe (Larus argentatus) European Herring Gull
Eine Silbermöwe hatte am Straßenrand offenbar eine Muschel oder Schnecke erbeutet. Zunächst trug sie ihre Beute im Schnabel davon, dann stieg sie auf und ließ sie gezielt auf den harten Asphalt fallen. Kurz darauf landete sie wieder und prüfte das Ergebnis. Offenbar war die Schale noch nicht weit genug geöffnet – also begann das Spiel von vorn. Eine einfache, aber wirkungsvolle Methode, um an den begehrten Inhalt zu gelangen.
Mit dem RIB-Boot auf Walsafari
Dann war es soweit: Wir schlüpften in die wetterfesten Anzüge und Rettungswesten, nahmen im RIB-Boot Platz und verließen den Hafen von Andenes. Das Meer zeigte sich überraschend ruhig, und schon bald lag die Küste von Andøya hinter uns. Weiter draußen begegneten uns die ersten Eissturmvögel, die dicht über der Wasseroberfläche glitten – genau auf diese Art hatten wir gehofft.
Doch dabei sollte es nicht bleiben. Wenig später tauchten die ersten Grindwale auf. Zunächst sahen wir nur einzelne Rücken und Finnen, dann erschienen immer mehr Tiere rund um die Boote. Einige kamen erstaunlich nah heran, andere zogen in kleinen Gruppen durch das ruhige Wasser. Damit begann eine Walbeobachtung, die für uns zu einem der eindrucksvollsten Erlebnisse auf Andøya werden sollte.
Teilnehmer im RIB-Boot auf dem Weg zur Walsafari vor Andenes
Mit dem RIB-Boot fuhren wir hinaus auf den offenen Atlantik.
RIB-Boot: RIB steht für Rigid Inflatable Boat, also ein Festrumpf-Schlauchboot.
Eissturmvogel im Flug und auf der ruhigen Wasseroberfläche vor Andøya
Eissturmvogel (Fulmarus glacialis) Northern Fulmar
Nicht nur Wale begleiteten unsere Safari vor Andøya: Über dem ruhigen Meer zog unser Zielvogel, der Eissturmvogel, seine Kreise und ließ sich schließlich auf der Wasseroberfläche nieder.

Der Langflossen-Grindwal (*Globicephala melas*), auf Englisch Long-finned Pilot Whale, gehört zur Familie der Delfine. Charakteristisch sind seine dunkle Körperfärbung und die auffallend rund gewölbte Stirn, die sogenannte Melone. Sie besteht aus speziellem Fettgewebe und dient dazu, die bei der Echoortung erzeugten Schallwellen zu bündeln. Auf diese Weise können sich die Tiere auch in der Dunkelheit der Tiefsee orientieren und ihre Beute aufspüren.

Grindwale leben in engen sozialen Verbänden, die häufig 20 bis 100 Tiere umfassen. Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Tintenfischen, daneben erbeuten sie auch Fische und Krebstiere. Auf der Suche nach Nahrung können sie mehr als 600 Meter tief tauchen und bis zu 16 Minuten unter Wasser bleiben.

Während unserer Tour vor Andøya konnten wir zahlreiche Grindwale beobachten, darunter auch Jungtiere. Der Atlantik zeigte sich an diesem Tag von seiner ruhigen Seite. Eine sanfte Dünung schaukelte unser RIB-Boot, und die Wale waren hervorragend zu beobachten. Immer wieder tauchten sie vor und neben unserem Boot auf, verschwanden unter der Wasseroberfläche und kamen an anderer Stelle wieder zum Vorschein.

Besonders eindrucksvoll war die Begegnung mit einem stattlichen Exemplar, das sich unserem Boot auf der Steuerbordseite näherte. Es schwamm eine Weile parallel zu uns, bevor es plötzlich kräftig mit der Schwanzflosse, der sogenannten Fluke, und einem seiner Flipper auf die Wasseroberfläche schlug. Die aufspritzende Gischt durchnässte einige der auf der rechten Seite sitzenden Mitreisenden. Wir saßen glücklicherweise links!

Ob der Wal damit auf unser Boot reagierte oder ein anderes Verhalten zeigte, ließ sich nicht feststellen. Für uns wirkte es jedenfalls wie eine deutliche Ansage: Die Besuchszeit war vorbei!

Unser Bootsführer drehte schließlich ab, und wir verabschiedeten uns von den Grindwalen. Hinter uns warteten bereits weitere Boote auf ihre Begegnung mit den beeindruckenden Meeressäugern.

Auch ornithologisch hatte die Tour einiges zu bieten. Weit draußen auf dem Atlantik begegneten uns Eissturmvögel, die wir bereits von unseren Islandreisen kannten. Sie hier vor Andøya wiederzusehen, war einer unserer besonderen Wünsche bei der Buchung dieser Tour gewesen.

Einige Eissturmvögel flogen dicht über der Wasseroberfläche und zwischen den auftauchenden Walen hindurch. Dabei beobachteten wir sogar einen Beinahezusammenstoß zwischen einem Vogel und einem Wal, der jedoch im letzten Moment mit bemerkenswerter Eleganz vermieden wurde.

So wurde die Ausfahrt nicht nur durch die zahlreichen Grindwale, sondern auch durch die Begegnungen mit den Eissturmvögeln zu einem besonderen Erlebnis unserer Nordskandinavienreise.
Langflossen-Grindwal unmittelbar neben dem RIB-Boot während der Walsafari vor Andøya
Grindwal (Globicephala melas) Long-finned Pilot Whale
Ein Langflossen-Grindwal taucht unmittelbar neben unserem RIB-Boot auf. Die ruhige See machte es möglich, die Tiere aus nächster Nähe zu beobachten.
Weitere Eindrücke unserer Wal-Safari vor Andøya: Immer wieder erschienen Grindwale an der Wasseroberfläche, zogen einzeln oder in kleinen Gruppen vorbei und kamen den Booten dabei erstaunlich nahe.
Dreizehenmöwe im frontalen Anflug während der Walsafari vor Andøya
Dreizehenmöwe (Rissa tridactyla) Black-legged Kittiwake
Eine Dreizehenmöwe kam unserem RIB-Boot auf dem offenen Meer entgegen. Im frontalen Anflug sind die dunklen Flügelspitzen besonders gut zu erkennen.
Ausgefärbter Basstölpel im Flug über dem offenen Meer vor Andøya
Basstölpel (Morus bassanus) Northern Gannet
Auch Basstölpel begegneten uns weit draußen vor Andøya. Dieser Altvogel zog mit seinen langen, schmalen Flügeln über das offene Meer.
Rückfahrt nach der Walsafari mit dem RIB-Boot bei ruhiger See nach Andenes
Nach der Wal-Safari ging es bei ruhiger See zurück nach Andenes.
Infoplakat mit Wal- und Delfinarten vor Andenes, Grindwal im Ausschnitt hervorgehoben
Zurück im Hafen schauten wir uns noch im Büro des Wal-Safari-Anbieters um. Dort entdeckten wir ein Plakat mit den vor Andenes vorkommenden Meeressäugern. So konnten wir den Langflossen-Grindwal noch einmal auf dem Plakat wiederfinden – dort als ‚Pilot Whale‘ bezeichnet.
Damit ging ein außergewöhnlicher Tag auf Andøya zu Ende. Die Begegnungen mit den Grindwalen, die Eissturmvögel über dem offenen Meer und die Rückfahrt nach Andenes würden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Nach der Rückkehr in den Hafen ließen wir die Eindrücke der Wal-Safari noch einmal Revue passieren, bevor wir uns auf den Weg zurück zu unserer Unterkunft machten.

Am nächsten Morgen sollte wieder die Vogelbeobachtung im Mittelpunkt stehen. Rund um Andøya warteten mehrere interessante Hotspots auf uns, die wir im Laufe des Tages nacheinander aufsuchen wollten. Nach dem Ausflug weit hinaus auf den Atlantik ging es nun also zurück an Land – auf Exkursion zu den Vögeln der Insel.
Fortsetzung folgt!
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Dieser Reisebericht befindet sich in der Entwicklung.
This travel report is currently under development.
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