Rötelfalken Uhus und Trampeltiere

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Rötelfalken  Uhus und Trampeltiere

Es folgen Tage mit viel Steppe und dem allabendlichen mühsamen Suche nach einem Lagerplatz. Wir schlafen relativ windstill unter einem Himmel voller Sterne, hier können wir sogar die Milchstraße sehen, die direkt um die Ecke hinter dem Hügel zu beginnen scheint.
Am Tag 3 nach der Nacht am Sturmsee ist es zum ersten Mal warm und der Fluss, den wir überqueren, glitzert durch die Bretterlücken der Brücke. Gerade die Frauen in der Gruppe sehnen sich nach einem

Bad und der Möglichkeit, sich ausgiebig zu waschen. Der Platz wirkt geradezu ideal. Felsenhügel als Windschutz, Weidengebüsche säumen den Fluß. Doch auf die Nähe gesehen, merken wir: Das Wasser ist schlammig braun, schlierig und riecht problematisch. Auf den Wiesen liegen etliche tote Jungrinder, die sich bereits im Stadium der Auflösung befinden. An Baden ist nicht zu denken – irgendetwas hält uns zurück von diesem Wasser, dieses instinktive Gefühl stellt sich am nächsten Tag als richtig heraus. An diesem Abend muß eine Katzenwäsche reichen. Abend klettern wir durch die Felsen in ein Hochtal, beobachten Rötelfalken

Rotfußfalke
Rötelfalke (Lesser Kestrel)
(Falco naumanni)

 

und Uhus. Jenseits des Hügelkamms erstreckt sich im Abendlicht eine weite Hochebene in den verschiedensten Grüntönen bis hin zu einem Smaragdgrün, das in lavendelfarbene Hügelketten übergeht, ein einzelner Reiter strebt demDer nächste Morgen bringt den Anblick von Trampeltieren vor unseren Zelten und die ersten Tropfen Regen lassen eine mittlerweile disziplinierte Aktion anlaufen: Zelt abbauen, Gepäck ins Auto, rasches Frühstück. Als wir auf dem Rückweg die Brücke passieren, wird Wegezoll erhoben. Unterwegs fallen uns die vielen abgeknickten Telegrafenmasten auf.

Trampeltiere
Trampeltiere

Wir steuern einen See an, der hinter Dünen liegen soll. Es weht ein warmer Wind, dunkelgraue Wolken hängen über den nahegelegenen ebenso schwarzen Felsen. Der See liegt eisblau und kein einziger Vogel ist zu sehen. Dafür entdecken wir auf den zweiten Blick, dass der Spülsaum des Wassers tote Kühe und Schafe liegen. Wir spekulieren, warum. Giftiges Wasser? Ein Seeungeheuer? Achtung, es kommt bestimmt gleich heraus, erhebt seinen Schlangenkopf und lähmt uns mit seinem Atem…, frotzeln wir.
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