7 Rentiere - Finnland 2018

Entdeckungen entlang der Via Karelia

Birdwatching along the Via Karelia
Entdeckungen entlang der Via Karelia
Direkt zum Seiteninhalt
Unsere Route
Unsere Route 2018
Rentiere
Valtavaara
12.Juni 2018

Morgens zieht es uns wieder zu dieser Stelle bei Ruka, wo wir zuerst in den Wald hineingelaufen waren, aber „Bluetail“ Fehlanzeige. Es ist immer noch kalt. Wir wandern ein Stück weiter vorne links auf einem Weg in den Wald, ein totes Rentier, bzw. seine Knochen liegen in Blaubeersträuchern, Sonst nichts. Auch kein „Jay“.
 
Wir probieren es, eine neue Strecke auszuprobieren, die Straße wird zur Schotterpiste, aber rechts und links stehen immer wieder nagelneue Stromkästen im Wald, Erschließungsgebiet für Ferienhäuser. Arme Natur. Wegen der Straßenlage fahren wir langsam, aber auch, um die Baumspitzen abzuscannen und bei geöffnetem Fenster um die Gesänge zu hören. An diesem Morgen sehen und hören wir mehrere Bergfinken. Die Straße führt auch an Rentierweiden vorbei und mündet in die Straße, die an dem Wandergebiet Valtavaara und seinem See vorbei zur E 6 verläuft. Das heben wir uns für den Nachmittag auf.

Um im Internet die nächsten Tage und Quartiere zu recherchieren, auch wegen des guten Mittagessens, suchen wir entspannt nochmals das Nationalparkzentrum auf.
Nur die Fahrt dorthin auf der bekannten Straße ist an diesem Tag nicht von entspannter Natur begleitet, sondern von einem Birkengemetzel, jedenfalls hört es sich so an, wenn die zierlichen Birken von einem Harvester geknickt und dann geschreddert werden, kilometerweit die Straße entlang – und es tut weh beim Zuschauen – und Hören.

Nachdem wir im Nationalparkzentrum Infos über unser nächstes Ziel, Posio, mit seinen Schluchten – und Seenlandschaft recherchiert haben, fahren wir zum zweiten Wanderunternehmen Valtavaara, diesmal vom Parkplatz aus gesehen den Berg hinauf, oben führen mehrere Pfade zu phantastischen Rundumblicken. Wir sind dabei immer noch auf der Suche nach dem „Bluetail“. Gut, dass wir die Bergstiefel angezogen haben.
Denn der Weg ist anspruchsvoll und erfordert Trittsicherheit, Kondition und ein gutes Profil, da es sandige und geröllige Partien gibt.

Danach haben wir richtig das Gefühl, eine Bergwanderung unternommen zu haben. Der Bluetail ist auch da - auf dem besagten Infoschild. Auf dem Parkplatz stehen immer mal wieder einige Leute mit Ferngläsern rum, die mit diesen in die Baumwipfel schauen. Wir sind scheinbar nicht die einzigen, die hier auf der Suche nach dem „Bluetail“ sind.
Auf der Fahrt zurück probieren wir eine andere Strecke und begegnen diesen Rentieren, die ausschauen wie Santas Briefträgerrentiere. Auf ihren breiten Pfoten bzw. Hufen trotten sie über den warmen Asphalt und bleiben zwischendurch versonnen stehen, in einem Comic würde die Sprech - oder Gedankenblase über ihrem Kopf erscheinen: „Habe ich die Post jetzt an die richtige Adresse geliefert? Und warum eigentlich jetzt schon? Habe ich jetzt den 12.6. vielleicht mit dem 6.12. verwechselt?“.

Wir haben unser eigenes Wunschprogramm, nicht erst zu Weihnachten und besuchen daher nochmals die Stelle, wo wir schon routinemäßig nach dem Bluetail suchen. Beiläufig schlagen wir nochmal eine neue Richtung ein, um den möglichen Erfolgsradius zu erweitern.
Bzw. um nichts unversucht zu lassen. So wie vorgestern, wo uns Jay und Seidenschwanz begegneten,   eröffnet dieser Wald eine andere schöne Sichtung: Im Unterholz raschelt es, vor uns fliegt ein Haselhuhn (Tetrastes bonasia) auf!
Zurück zum Seiteninhalt