11 Great grey owl - Finnland 2018

Entdeckungen entlang der Via Karelia

Birdwatching along the Via Karelia
Entdeckungen entlang der Via Karelia
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Unsere Route
Unsere Route 2018
Great grey owl
Sperlingskauz (Glaucidium passerinum), Rauhfußkauz (Aegolius funereus) und Bartkauz (Strix nebulosa)

16.Juni 2018
 
 
Am 16.Juni haben wir ein Treffen mit dem  bekannten finnischen Naturfotografen und Buchautor Lassi Rautianen und dem Biologen Vesa Hyrrilainen von
der Universität Helsinki vereinbart. Letzterer - unter anderem Schmetterlingsspezialist - beschäftigt sich vor allem mit den Eulen und Greifvögeln Finnlands und beringt diese auch.
Nach dem Treffen in Paltamo steigen wir zu Lassi ins Auto und fahren in die Finnische Taiga.
An einem ersten Halt laufen wir zu einer bunten Blütenwiese an einem Waldesrand und Vesa  erklärt uns einiges über Schmetterlinge, fängt mit seinem mitgebrachten Kescher einen Weißling und einen Aurorafalter (so dass diese nicht verletzt werden), erklärt uns einiges und lässt sie wieder fliegen. Im nahegelegenen Wald zeigt er uns einen Nistkasten, der in etwa Schulterhöhe angebracht ist und erzählt uns einiges über den Sperlingskauz, der in diesem Kasten seine Jungen aufzieht.
Der Sperlingskauz jagt überwiegend Kleinnager, Vögel, aber auch Insekten. In einem zweiten Nistkasten, den Vesa in der Nähe angebracht hat, deponiert der Sperlingskauz seine Überschüsse für schlechte Zeiten. Er hält so eine gewisse Vorratswirtschaft an Nahrung.
Vesa hebt den Deckel hoch und wir können hinein schauen. Ca. 9 junge Sperlingskäuze sitzen im Kasten und schauen nach oben. (Bitte nicht nachmachen- der Vesa ist Biologe, Er hat die Kästen selbst gebaut und angebracht. Er beringt auch die jungen Käuze. Er darf das. –Aber nur er! Ansonsten kann es gefährlich werden für die jungen Käuze und -wenn man es bei anderen Eulen macht- für den Menschen).
In der Zwischenzeit ist auch ein erwachsenes Tier erschienen, um mal zu sehen, was hier los ist. Erstaunlicherweise ist der Sperlingskauz nicht sehr scheu und lässt sich 3 m von uns entfernt auf einen Ast nieder.
Nach weiterer Fahrt zu einem See können wir einen Fischadler am Nest beobachten. In der Nähe, aber nicht im Sichtbereich des Fischadlers halten wir eine kleine Rast. Wir packen unser Picknick aus und lassen uns unsere mitgebrachten Brote schmecken. Denn wir werden noch eine ganze Weile unterwegs sein.
 

Fischadler (Pandion haliaetus)
Nun gesättigt und wieder bei Kräften streifen wir durch die Taiga, die an dieser Stelle sehr trocken erscheint bis zu einem Baum. In ca. 5m Höhe schaut uns ein Gesicht an. Ein Eulengesicht. Der Rauhfußkauz schaut er auf uns herab. Wir haben alle Zeit, uns über den Raufußkauz zu unterhalten und zu fotografieren. Bis er die Lust verliert und in seiner Höhle verschwindet.
Raufußkauz (Aegolius funereus)
Wir wandern durch die Taiga, der Boden ist bewachsen mit seltsam aussehenden Flechten. Die Bäume haben die hier typische schlanke Gestalt.  Auf Vesa‘s  Bitte sind wir jetzt besonders leise. Wir treten vorsichtig über den Waldboden, wo viele Äste herum liegen, um auf keinen zu treten. Vesa deutet auf einen Baum. Wir können nichts entdecken. Die Sonne steht auch nicht sehr günstig. Wir schlagen einen großen Bogen um diesen Baum und sehen klar und deutlich einen Bartkauz d.h.  die Bartkäuzin auf einem Gelege sitzen. Bartkäuze sind nicht wie Wald-, Sperlings- oder Rauhfusskäuze Höhlenbrüter, sondern benutzen offene Brutmöglichkeiten wie z. B. Krähennester oder ähnliches.
Hier hat Vesa ein einfaches Brett mit einer Umrandung und Stütze an einen Baum genagelt. Und die Bartkäuze haben die künstliche Nisthilfe angenommen. Die Käuzin sitzt entspannt da, und es scheint, dass unter ihren Flügeln etwas ist. Der Bartkauzmann ist in der Umgebung auf Jagd, um für die Familie Futter zu erbeuten.
Bartkauz (Strix nebulosa)
Nach ausgiebiger Betrachtung lassen wir die  Bartkäuzin in Ruhe. Auf dem Rückweg zum Auto hüpft noch ein  Gartenrotschwanzweibchen im Geäst umher.
An einem weiteren Beobachtungspunkt werden wir von Vesa instruiert, hinter ihm zu bleiben. Die Ural-Owl, der Habichtskauz findet das nicht so lustig, wenn sich jemand ihrem Nest nähert, oder gar hineinschaut.
Letztlich stellt sich heraus, dass die Jungen bereits ausgeflogen sind. Und die Eulen nicht mehr da sind. Das ist ein Erfolg, für den Habichtskauz. Auch wenn wir ihn und seine flüggen Jungtiere nicht zu Gesicht bekommen. Sie sitzen wohl einzeln irgendwo im Gezweig und schauen auf uns herab. Nach kurzer Suche in der Umgebung brechen wir ab und laufen wieder zum Ausgangspunkt.

Im Auto unterhalten wir uns noch etwas mit Lassi und erzählen, dass wir bisher vergeblich auf der Suche nach dem Bluetail sind. Er will schauen, ob sich etwas arrangieren lässt.

In Paltamo steigen wir wieder in unser Auto und fahren zurück zu unserem Zeltplatz, wo wir an der Feuerstelle unsere zuvor gekaufte Wurst braten.
Abends am See
Der Luxus Grillplatz
Der Zeltplatz
Abends am See
Der Luxus Grillplatz
Der Zeltplatz
Ristijärven Pirtti Camping
64.490115,28.178403
GMS  N 64°29'23.923" O28° 10'40.878"

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