21. Mai 2026
Schreiadler, Schelladler und der Karmingimpel


Written by Lutz und Uta Schmechta
Erst fliegt noch einmal der Schreiadler über uns hinweg und am Ende des Tages schaut der Schelladler auf uns herab.
Eine Blindschleiche kreuzt unseren Weg. Und wir finden den Karmingimpel.- Reisebericht -
21.Mai 2026
Auch
an diesem Morgen ging es für uns noch vor dem Frühstück hinaus, vorbei an dem
Panoramabild mit Kampfläufern. Dieses großformatige Kunstwerk – auch von Pjotr gestaltet - fällt jedem, der das kleine Dorf Gugny erreicht,
sofort ins Auge und es zeigt die verschiedenfarbige Pracht der Kampfläufer im
Balzgefieder. Wir hielten Ausschau nach den Raubwürgern vom Vortag mit ihren
flüggen Jungen.
Zuerst jedoch machte der Wendehals hinter der Pension auf
sich aufmerksam. Die Rauchschwalben waren ohnehin präsent und schienen uns zu
beobachten. Einige saßen auch im Eingangsbereich.
Der
Raubwürger jedoch schien mit uns „Verstecken“ zu spielen. Wenn er unsere
Ferngläser auf sich gerichtet sah, flog er gleich eine Baumgruppe weiter und
hielt damit seinen Sicherheitsabstand. Wir entfernten uns dann auch
unsererseits und gingen über die sandigen Wege zurück und zum Frühstück. Danach
wartete wieder eine umfangreiche Tagesexkursion.
Wendehals (Jynx torquilla) Eurasian Wryneck
Rauchschwalbe (Hirundo rustica) Barn Swallow
Raubwürger (Lanius excubitor) Great Grey Shrike
Gugny
Sowohl
der Schreiadler als auch der Weißstorch hätten an der stattlichen
Blindschleiche ihre Freude gehabt, die da bei der ersten kleinen Wanderung
unseren Weg kreuzte. Den Schreiadler hatten wir bereits ein Stück vorher
gesehen, den Weißstorch, als wir aus dem Auto stiegen.
Schreiadler (Clanga pomarina) Lesser Spotted Eagle
Auf einer Seitenstraße hielt Piotr plötzlich an und zeigte auf den Himmel. Wir stiegen aus. Über uns kreiste ein Schreiadler.
Weißstorch (Ciconia ciconia) White Stork
Blindschleiche (Anguis fragilis) Slow Worm
Die Blindschleiche hatte Glück, dass der Weißstorch relativ weit weg war, als sie über den Weg schlich.
Der Schelladler ist mit bis zu 177cm Flügelspannweite und längeren „Fingern“ größer als sein Cousin, der Schreiadler. Der auch in seinem Brutgebiet Osteuropa seltene Schelladler fühlt sich in Wäldern und Feuchtgebieten wohl und ernährt sich von Kleinsäugern. Insgesamt ist er von der Statur her kräftiger und prägnanter als der Schreiadler, der Schnabel ist recht groß, die gelben Schnabelwinkel deutlicher. Statt eines Kommas an der Oberseite jedes Flügels hat der Schelladler dort einen kleinen Halbmond. In der Vorderansicht sind die Flügelspitzen im Flug deutlich durchgebogen.

Nach einer Mittagspause, bei der wir ewig aufs Essen gewartet hatten, wollten wir endlich den Karmingimpel und die Spergergrasmücke entdecken.
Wir fuhren in ein entsprechendes Gebiet mit Grünland und angrenzendem Heckensaum.
An der der Wiese angrenzenden Hecke vermuteten wir die Spebergrasmücke, auch sang ein Karmingimpel, den wir jedoch nicht sahen. Auch schauten wir einfach so ein bisschen in die Runde.
Doch wie aus dem Nichts erschien plötzlich über und der Schelladler. Ich konnte gar nicht so schnell den Fotoapparat bereitmachen und konnte nur noch einige mittelmäßige Fotos machen.
Schelladler (Clanga clanga) Greater Spotted Eagle
Karmingimpel (Carpodacus erythrinus) Common Rosefinch
Kurz nach dem wir in den Bus eingestiegen waren hielt Piotr plötzlich. Wir stiegen aus und sahen oben in einer Birke den lang gesuchten Karmingimpel.
Rebhuhn (Perdix perdix) Grey Partridge
Auf einer Wiese versteckt sich ein Rebhuhn im Gras.
Neuntöter (Lanius collurio) Red-backed Shrike