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Der lange Weg zum Stausee, Zitronenstelze und Kiebitzregenpfeifer - Ringdrossel

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 2026 Nordost-Polen 
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2026 Nordost-Polen
17. Mai 2026

Exkursionen am Zalew Siemianówka

Written by Lutz und Uta Schmechta


Am Siemianowka reservoir


- Reisebericht -
17.Mai 2026
An diesem Tag machten wir keine Vorfrühstücksexkursion, und gingen erst danach in den Garten. Dort rief, wie so häufig hier, der Wendehals.
Danach stiegen wir in den Bus.
Unser Aktionsradius
Der Wendehals ist Ameisenspezialist und durch sein graubraunes Gefieder mit Schuppenstruktur verschmilzt er optisch mit seiner Umgebung.
Wendehals (Jynx torquilla) Eurasian Wryneck
Auf dem Grundstück der Pension brütet nicht nur der Wiedehopf, sondern auch der Wendehals.
Gleich nach dem Start kamen bereits die ersten Zwischenstopps, das heißt, irgendeiner von uns vieren sah einen Vogel in der Luft oder auf einem Pfahl bzw. Ast, Pjotr stoppte den Kleinbus, die Türen oder Fenster wurden geöffnet und vorsichtig hinausfotografiert. Zuerst war es ein Schreiadler am Himmel. Wenig später saß ein Kuckuck auf einem Pfahl. Deutlich wurde: So ein Kuckuck ist nicht gerade klein, sondern fast so groß wie ein Turmfalke, das Bauchgefieder ist gebändert. Und nun stellen wir uns vor, wie ein Jungkuckuck allmählich größer und größer wird, sein Wirtsvogel, wie der Teichrohrsänger, Sumpfrohrsänger hingegen muss sich da schon sehr mühen, um ihm eiweißreiche Insekten und saftige Schmetterlingsraupen etc. in den auffordernd geöffneten Schnabel zu bugsieren. Das kräftige Orange des Schnabelinneren hat Aufforderungscharakter: Komm und stopf noch mehr in mich hinein.  Die Bettelrufe locken manchmal sogar noch Nachbarn an, die ebenfalls Futter herantragen.

Erwachsene Kuckucke sind auf behaarte Raupen wie den Eichenprozessionsspinner spezialisiert und nehmen damit eine wichtige und notwendige ökologische Nische ein. Denn diese behaarten Raupen nennen feine Brennhaare mit dem Nesselgift Thaumetopoein ihr Eigen. Schon der äußere Kontakt mit einem Eichenprozessionsspinner kann sogar für Menschen potentiell problematisch sein. Und der Kuckuck schluckt so ein haariges Ding sogar runter: Jedes andere Tier würde qualvoll an Entzündungen oder Vergiftungen sterben. Wie macht der Kuckuck das, wie hilft ihm die Natur?

Das funktioniert beim erwachsenen Kuckuck mit zwei Schutzmechanismen:

Der Kuckucksmagen ist mit einer sehr sehr dicken, weichen Schleimhaut ausgekleidet. Wenn der Vogel die Raupen schluckt, bohren sich die giftigen Haare und Stacheln tief in diese Schleimhautschicht. Dort werden sie festgehalten und dringen nicht bis zur empfindlichen Magenwand durch.

Sobald die Schleimhaut komplett mit Haaren gespickt und "voll" ist, löst sich die innere Magenbekleidung einfach ab. Der Kuckuck würgt die alte Schleimhaut mitsamt den giftigen Haaren als eine Art Speiballen einfach aus. Danach wächst die Schutzschicht im Magen umgehend wieder neu nach.

Da sich bei seinen Jungen dieser Schutzmechanismus erst ausbilden muss, kann er sie nicht mit seiner Leibspeise Füttern. Diese würden durch eine solche Kost zugrunde gehen. Wie soll er die Jungen „Groß kriegen“.

Nun, er legt seine Eier in fremde Nester und diese Adoptiv-Elterntiere übernehmen die Fütterung mit Nahrung, die die Jungkuckucke vertragen.
Der Kuckuck ist Brutparasit auf „Beutezug“ nach Nestern, um dort seine Eier abzulegen und ausbrüten zu lassen.
Kuckuck (Cuculus canorus) Common Cuckoo
Der Kuckuck saß auf seinem Ansitz und wartete auf Beute.
Das Buntspechtmännchen haben einen markanten roten Fleck am Hinterkopf
Buntspecht (Dendrocopos major) Great Spotted Woodpecker
In einem Waldstück suchte ein Buntspecht nach Futter.
Schwarz-Weißer Schnäpper mit durchgehendem weißen Halsband, anders als Trauer oder Halbringschnäpper. Eher zu hören und mit Glück zu beobaochten.
Halsbandschnäpper (Ficedula albicollis) Collared Flycatcher
Die Halsbandschnäpper sind zwar relativ häufig zu hören, aber man bekommt sie kaum zu Gesicht. Entweder sie sind im dichten Laub versteckt, oder sie haben ihre Sitzwarte sehr weit oben in den Bäumen.
Nach unseren kleinen Waldexkursionen wollten wir nun an den Stausee Siemianowka fahren.
Unsere Ankunft am Stausee erwies sich erst einmal als eine Überraschung, weil wir keinen See sehen konnten. Nur einen Beobachtungsturm, der wohl früher mal am Seeufer stand.
Aber erst einmal sahen wir uns die Ufer eines kleinen Teiches an; und entdeckten ein Beutelmeisennest und für ca. 3 Sekunden die dazugehörige Beutelmeise. Sie tauchte dann nicht mehr auf und wir entfernten uns schleunigst damit wir nicht weiter störten. Beim Rückzug sah ich kurz einen Pirol ♀ in die umliegenden Bäume fliegen.
Der Pirol hält sich vorwiegend in den mittleren Etagen der Bäume auf, wo er weniger sichtbar ist, wegen seines auffälligen gelben Gefieders.
Pirol ♀ (Oriolus oriolus) Eurasian Golden Oriole
Vielleicht war er früher nahe am Wasser gebaut. Jetzt steht er einfach in der Landschaft herum.
Ob der Turm wirklich mal am Wasser stand wissen wir nicht. Jedenfalls wanderten wir doch mehrere hundert Meter bis zum Ufer.
Sie hat als adulter Vogel einen einheiltlich hellgelben Kopf ohne Überaugensteif und der Schwanz ist länger als bei der Schafstelze.
Zitronenstelze (Motacilla citreola) Citrine Wagtail
Auf dem Weg zum Ufer begegneten wir neben etlichen Braunkehlchen auch mehreren Zitronenstelzen.
Er ist im Flug durch die schwarzen Achselflecke vom Goldregenpfeifer zu unterscheiden.
Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatarola) Grey Plover
Das Seeufer war praktisch leer. Auf dem Rückweg entdeckten wir auf einer Wiese noch ein Pärchen Kiebitzregenpfeifer.
Nach dem Besuch des Stausees oder besser dessen Randwiesen fuhren wir zurück in die Pension.
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