18. Mai 2026
Wir fahren zum Biebrza Nationalpark

Written by Lutz und Uta Schmechta
Unsere Entdeckungen unterwegs und am Ziel.
Der Schreiadler und der seltenste Singvogel Europas, der Seggenrohrsänger.
- Reisebericht -
18.Mai 2026
An diesem Tag stand unser Umzug an: Wir verließen die Umgebung des Białowieża-Nationalparkes und wollten zum Biebrza Nationalpark.
Also hieß es, komplett alles packen und im Auto verstauen. Da wir mit unserem PKW angereist waren, fuhren wir dem Bus hinterher.
Wir besuchten zum Abschied noch einmal den Urwald von Białowieża.

Ziemlich zu Beginn der Fahrt, einige Feldwege
weiter stoppte unser Reiseleiter den Bus und auch wir fuhren rechts ran.
Wir sahen einen großen Greifvogel auf dem Acker sitzend. Er flog auf und in den
angrenzenden Kieferwald, wo er auf einem stabilen Ast Platz nahm. Da blieb er
aber nicht lange sitzen, gerade lang genug für ein Foto,. Dann flog er wieder
auf und wir konnten sehen, dass er etwas in seinen Fängen hielt und damit
wegflog, wohin auch immer. Ob zum eigenen Verzehr oder für einen hungrigen
Jungvogel irgendwo versteckt tief im Wald? Das wird sein Geheimnis bleiben.
Der Schreiadler ( Clanga Pomerania ) - „Überflieger“ und „Spaziergänger“ -Überflieger, weil er von seinen Brutgebieten im östlichen Mitteleuropa über 10-000 km bis nach Afrika zieht, „Spaziergänger“, weil er auf Feldern und Wiesen nach Amphibien, Reptilien und Insekten und Mäusen sucht, er bewegt sich bei der Jagd gehend vor bzw. bevorzugt die Ansitzjagd von Bäumen, statt über der Landschaft zu kreisen und herabzustoßen wie andere Greifvögel. Beim Nestbau sind Schreiadler übrigens Desinfektionsspezialisten, dh. es werden Zweige von Nadelhölzern in das Nest eingetragen, die ätherischen Öle sollen helfen, Insekten abzuwehren.
Deshalb ist ein reichhaltiges Landschaftsmosaik aus Wald und Wiese für den Schreiadler wichtig. Es deckt ihm den Tisch, hilft ihm, seine Jungen bzw. sein Junges zu ernähren. Intensiv bewirtschaftete Felder mit Raps und Mais, die dicht an dicht stehen, sind bei seiner Jagdmethode ungünstig.
Woran erkenne ich den Schreiadler in der Landschaft: Der Schreiadler ist etwas größer als ein Bussard und im Flug erkenn – und unterscheidbar durch drei Merkmale: Die Handschwingen hängen etwas. Unten an den Handschwingen hat der Schreiadler je ein weißes „Komma“. Die sind in der schokobraunen Gefiederfärbung ganz gut auszumachen. Der Kontrast von dunkelbraunen Oberdecken und grauer Brust ist bei den erwachsenen Schreiadlern deutlich, was auch das Foto zeigt. Bei näherer Beobachtung ist der rostgelbe Nackenfleck ebenfalls ein Kennzeichen. Wie seine Cousins Schell – und Steppenadler hat der Schreiadler zudem runde Nasenlöcher. Sein Balzruf „Kjuup oder Kjiip“ ist prägnant und ausdauernd.
Deshalb ist ein reichhaltiges Landschaftsmosaik aus Wald und Wiese für den Schreiadler wichtig. Es deckt ihm den Tisch, hilft ihm, seine Jungen bzw. sein Junges zu ernähren. Intensiv bewirtschaftete Felder mit Raps und Mais, die dicht an dicht stehen, sind bei seiner Jagdmethode ungünstig.
Woran erkenne ich den Schreiadler in der Landschaft: Der Schreiadler ist etwas größer als ein Bussard und im Flug erkenn – und unterscheidbar durch drei Merkmale: Die Handschwingen hängen etwas. Unten an den Handschwingen hat der Schreiadler je ein weißes „Komma“. Die sind in der schokobraunen Gefiederfärbung ganz gut auszumachen. Der Kontrast von dunkelbraunen Oberdecken und grauer Brust ist bei den erwachsenen Schreiadlern deutlich, was auch das Foto zeigt. Bei näherer Beobachtung ist der rostgelbe Nackenfleck ebenfalls ein Kennzeichen. Wie seine Cousins Schell – und Steppenadler hat der Schreiadler zudem runde Nasenlöcher. Sein Balzruf „Kjuup oder Kjiip“ ist prägnant und ausdauernd.

Schreiadler (Clanga pomarina) Lesser Spotted Eagle
Rohrweihe (Circus aeruginosus) Western Marsh Harrier
Wir machten ein Abstecher in ein Schutzgebiet der TPOP Vogelschutzgebiet Oberes Narew-Tal.
Natürlich kletterten wir auch auf den dortigen Beobachtungsturm, um uns einen Überblick über das vielseitige Gebiet zu verschaffen.
PTOP ist das Polskie Towarzystwo Ochrony Ptaków, also die Polnische Gesellschaft zum Schutz der Vögel. Die Organisation besitzt und betreut in diesem Gebiet eigene Flächen. Laut PTOP liegt die Ostoja „Dolina Górnej Narwi“ im Narew-Tal zwischen dem Dorf Narew und Zawyki in der Woiwodschaft Podlachien; sie umfasst Gemeinden wie Narew, Bielsk Podlaski, Wyszki, Suraż und Zabłudów. Der Status ist Natura-2000-Gebiet, und die PTOP-eigene Fläche wird mit 383 ha angegeben.
Es handelt sich um eine Flussauen- und Feuchtwiesenlandschaft mit Narew-Altarmen, überschwemmten Wiesen, Röhrichten, Torfbereichen und extensiv genutzten Weiden. Ornithologisch wichtig ist das Gebiet besonders für Arten wie Doppelschnepfe/Dubelt, Seggenrohrsänger/Wodniczka, Wachtelkönig/Derkacz, Tüpfelsumpfhuhn/Zielonka, Wiesenweihe/Błotniak łąkowy, außerdem Uferschnepfe, Rotschenkel und Kiebitz. OTOP beschreibt die Dolina Górnej Narwi als eine der wichtigsten polnischen Ostojen für mehrere dieser Arten.
Es handelt sich um eine Flussauen- und Feuchtwiesenlandschaft mit Narew-Altarmen, überschwemmten Wiesen, Röhrichten, Torfbereichen und extensiv genutzten Weiden. Ornithologisch wichtig ist das Gebiet besonders für Arten wie Doppelschnepfe/Dubelt, Seggenrohrsänger/Wodniczka, Wachtelkönig/Derkacz, Tüpfelsumpfhuhn/Zielonka, Wiesenweihe/Błotniak łąkowy, außerdem Uferschnepfe, Rotschenkel und Kiebitz. OTOP beschreibt die Dolina Górnej Narwi als eine der wichtigsten polnischen Ostojen für mehrere dieser Arten.
Unten erklärte uns eine reich bebilderte Informationstafel, was es mit diesem Gebiet auf sich hat.
Silberreiher (Ardea alba) Great Egret
Bei unserer Ankunft flogen erst einmal die Silberreiher auf.
Schafstelze (Motacilla flava) Yellow Wagtail
Eine Schafstelze konnten wir vom Turm aus auch gut beobachten.
Unser nächster stopp waren die Fischteiche von Białystok Stawy Dojlidzkie (Dojlidzkie-Teiche. Es war in den Vergangenen Zeite ein Hotspot einiges Vogellebens. 2016 und 2017 war hier auch eine Lachmöwen Kolonie. Diese jedoch suchten wir vergebens. Dafür sahen wir unter anderem Singschwan, Rothalstaucher, Haubentaucher, einige Rohrsänger, Knäkenten und einen Kranich.
Teichfrosch (Pelophylax esculentus) Edible Frog
In der Nähe sahen wir auch diesen Frosch.
Die europäischen Grünfrösche ähneln sich sehr stark. Teichfrosch, Kleiner Wasserfrosch und Seefrosch können sich im Aussehen und Habitat überlappen. Deshalb ist eine Bestimmung im nachherein sehr schwierig.
Rothalstaucher (Podiceps grisegena) Red-necked Grebe
Rohrammer (Emberiza schoeniclus) Reed Bunting
Singschwan (Cygnus cygnus) Whooper Swan
Weißbart-Seeschwalbe (Chlidonias hybrida) Whiskered Tern
Die Weißbart-Seeschwalben waren als Durchzügler hier anwesend .
Kranich (Grus grus) Common Crane
Knäkente (Spatula querquedula) Garganey
Knäkente (Spatula querquedula) Garganey
Neuntöter (Lanius collurio) Red-backed Shrike
Nach den Besuch der Fischteiche fuhren wir in unser neues Quartier nach Gugny.Nach dem Bezug der Zimmer starteten wir noch mal durch. Auf der Suche nach dem seltensten Singvogel Europas.
Nach kurzer Zeit hielten wir an einem Steg, der in ein Feuchtgebiet mit Gras und Seggen führte. Wir liefen bis zum Ende desselben.
Um den Seggenrohrsänger zu entdecken.
Der Seggenrohrsänger- Aquatic warbler - Acrocephalus paludicola - ist Europas seltenster Singvogel und eine Flaggschiffart, an deren Vorkommen und Bestand sich grundsätzliche Entwicklungen, Probleme und Bedrohungen des Naturraums Feuchtgebiet ablesen lassen. Er brütet exklusiv in Seggenwiesen, die ausreichend vernäßt und offen mit fußhoher Vegetation mittlerweile in Europa eine Seltenheit darstellen – und der Seggenrohrsänger mit ihnen.
Sein Gesang mit Trrr, gefolgt von jüjüjüjü oder didididi, gibt der Landschaft ihren Charakter. Wenn diese akzentuierten Lautfolgen zu hören sind, ist der Seggenrohrsänger mit vollem Einsatz dabei. Er hängt akrobatisch an einem oder zwei Halmen, aufgerichtet mit nach unten gedrückten Schwanz und gestrecktem Hals. Unterscheidungsmerkmal zu anderen ähnlichen Rohrsängern wie vor allem dem Schilfrohrsänger sind neben dem prägnanten Ruf ausgeprägte Überaugenstreifen und vor allem der Scheitelstreif auf der Stirn. Flanken und Brust sind deutlich gestrichelt-
Der Erhaltung des Seggenrohrsängers widmet sich das Schutzprogramm „Life4aquaticwarbler“- Es umfasst Ungarn, Polen, Litauen und den Prypiat-Stokhid Nationalpark in der Nordwestukraine. Durch Wiedervernässung, Entbuschung und Freihalten der Flächen soll die ursprüngliche Vegetation der Seggen gefördert werden. Erst dann könnte man junge Seggenrohrsänger dort auswildern, die dann das Gebiet als „ihr“ Gebiet annehmen und nach der Überwinterung etwa in Westafrika gezielt dorthin zurückkehren. Diese Ziele verfolgt seit 2024 das ( zunächst?) auf neun Jahre angelegte Projekt:
Hier gibt es mehr Hintergrundwissen und auch die Möglichkeit, etwas für diesen sehr seltenen Vogel zu tun!
Sein Gesang mit Trrr, gefolgt von jüjüjüjü oder didididi, gibt der Landschaft ihren Charakter. Wenn diese akzentuierten Lautfolgen zu hören sind, ist der Seggenrohrsänger mit vollem Einsatz dabei. Er hängt akrobatisch an einem oder zwei Halmen, aufgerichtet mit nach unten gedrückten Schwanz und gestrecktem Hals. Unterscheidungsmerkmal zu anderen ähnlichen Rohrsängern wie vor allem dem Schilfrohrsänger sind neben dem prägnanten Ruf ausgeprägte Überaugenstreifen und vor allem der Scheitelstreif auf der Stirn. Flanken und Brust sind deutlich gestrichelt-
Der Erhaltung des Seggenrohrsängers widmet sich das Schutzprogramm „Life4aquaticwarbler“- Es umfasst Ungarn, Polen, Litauen und den Prypiat-Stokhid Nationalpark in der Nordwestukraine. Durch Wiedervernässung, Entbuschung und Freihalten der Flächen soll die ursprüngliche Vegetation der Seggen gefördert werden. Erst dann könnte man junge Seggenrohrsänger dort auswildern, die dann das Gebiet als „ihr“ Gebiet annehmen und nach der Überwinterung etwa in Westafrika gezielt dorthin zurückkehren. Diese Ziele verfolgt seit 2024 das ( zunächst?) auf neun Jahre angelegte Projekt:
Hier gibt es mehr Hintergrundwissen und auch die Möglichkeit, etwas für diesen sehr seltenen Vogel zu tun!

Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola) Aquatic Warbler
Wir
hatten an diesem Abend ausgesprochenes Beobachterglück. Der Seggenrohrsänger
blieb weitgehend oben an einer seiner Sitz – und Singwarten und schaute sogar
direkt in die Kamera. So war der helle Scheitelstreif auch gut erkennbar. Der Scheitelstreif ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Schilfrohrsänger.
Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola) Aquatic Warbler
In diesem Gebiet sangen ca. drei Männchen des Seggenrohrsängers.
In der Zwischenzeit fing es an zu dämmern und wir fuhren zurück zum Quartier.