19. Mai 2026
In den Ebenen des Biebrza Nationalparks


Written by Lutz und Uta Schmechta
Unsere fahrten zu den großen Ebenen.
Uferschnepfen, Rohrammern, Rotbauchunken und unsere Begegnung mit zwei Baummardern.
Unser Erlebnis mit dem Ziegenmelker
- Reisebericht -
19.Mai 2026
Bereits früh wurden wir von Hahn und Hühnern geweckt und konnten aus dem Badezimmerfenster einen Feldsperling beobachten.. Vor dem Frühstück machten wir schon unsere Morgenexkursionen.
Die
heutigen Exkursionen führten uns in die Flussebenen der Biebriza und dort zu
verschiedenen Aussichtstürmen. Wir wanderten auch kleine Strecken, um tiefer in
die Landschaft einzutauchen und Beobachtungen am Wegesrand und vom Wegesrand
aus zu machen.
Im Nationalparkgebäude in Osowiec-Twierdza haben wir Eintrittskarten für den Nationalpark gekauft. Hier kann man auch Informationen und Empfehlungen bekommen. Das Nationalparkgebäude ist an seiner Vorderfassade mit eindrucksvollen Darstellungen der Lebensräume und ihrer Bewohner bemalt.
Auch an anderen Stellen, z.B. in der Stadt Goniądz sind solche Gemälde zu den Biotopen angebracht.
Wir steuerten eine Terrasse an, von der aus wir das Flußtal überblicken konnten. Fotografiert haben wir allerdings "nur" den Elch auf der angrenzenden Hauswand.
Nach Abfahrt vom Nationalparkgebäude und Besuch der Terasse in der Stadt Goniądz fuhren wir in die Auen der Biebrza. Hier verließen wir den Bus und liefen einige Kilometer zu Fuß.Dort machen wir Bekanntschaft mit einigen Bewohnern dieser Aue. Wie zum Beispiel Uferschnepfe, Silberreiher, und Rotbauchunke. Auch ein Hermelin hüpfte eilig über den Weg.
AI KI generiertes Bild
Uferschnepfe (Limosa limosa) Black-tailed Godwit
Rotbauchunke (Bombina bombina) European Fire-bellied Toad
Silberreiher (Ardea alba) Great Egret
Rohrammer (Emberiza schoeniclus) Reed Bunting
Unsere
Exkursion ging bis in den frühen Nachmittag hinein. Zunehmend wurde es warm.
Begleitet vom dumpfen Trommellaut der Bombinas – also der Rotbauchunken, deren
Name lautmalerisch gut zu ihnen passt – stiegen wir wieder in den Bus. Wir
waren etwas erschöpft und der Vorschlag einer Eispause entwickelte sich in der
Gruppe und wurde von uns allen dankbar aufgenommen und von Piotr (unser polnischer Guide) umgesetzt. Im
Schatten von Schirmen in einem netten Lokal an der Strecke. So erfrischt gingen
wir uns dem zweiten Teil des Tages entgegen. Nach einem reichhaltigen frühen
Abendessen mit Gemüseplatte, Fleisch, Vorsuppe und nochmals Eis zum Nachtisch
- die Mücken sollten ja auch was von uns haben - ging es nochmal
raus ins Grüne. Auf der Suche nach dem Blaukehlchen und der Nachtschwalbe.
Der Haussperling und der Feldsperling waren einst die häufigsten Vogelarten in Europa. Jetzt ist nur noch der Haussperling häufig.
Der Feldsperling (Passer montanus) ist vom Haussperling (Passer domesticus) relativ einfach zu unterscheiden, allerdings ist er im Vergleich selten geworden. Jedenfalls bei uns. Schauen wir uns den mit 12-14 cm kleineren Kollegen des Haussperlings einmal an:
Prägnante Unterscheidungsmerkmale beim Feldsperling sind der kleine schwarze Wangenfleck auf beiden Seiten und die deutlichen weißen Flügelbinden. Das weiße Halsband zieht sich durchgehend bis in den Nacken und ist da nur leicht unterbrochen. Männchen und Weibchen sind beim Feldsperling gleich gefärbt.
Feldsperlinge brüten gerne in Kolonien und besiedeln dabei Baumhöhle, Nistkästen, oder auch landwirtschaftliche Betriebe. Sie suchen auf Feldern und im Offenland nach Getreidekörnern und Grassamen. Ihre Jungen ziehen sie mit eiweißreicher Insektenkost groß.
Der Feldsperling (Passer montanus) ist vom Haussperling (Passer domesticus) relativ einfach zu unterscheiden, allerdings ist er im Vergleich selten geworden. Jedenfalls bei uns. Schauen wir uns den mit 12-14 cm kleineren Kollegen des Haussperlings einmal an:
Prägnante Unterscheidungsmerkmale beim Feldsperling sind der kleine schwarze Wangenfleck auf beiden Seiten und die deutlichen weißen Flügelbinden. Das weiße Halsband zieht sich durchgehend bis in den Nacken und ist da nur leicht unterbrochen. Männchen und Weibchen sind beim Feldsperling gleich gefärbt.
Feldsperlinge brüten gerne in Kolonien und besiedeln dabei Baumhöhle, Nistkästen, oder auch landwirtschaftliche Betriebe. Sie suchen auf Feldern und im Offenland nach Getreidekörnern und Grassamen. Ihre Jungen ziehen sie mit eiweißreicher Insektenkost groß.

Feldsperling (Passer montanus) Eurasian Tree Sparrow
Haushuhn (Gallus gallus domesticus) Domestic Chicken
Im Hof leben einige Haushühner.
Nach dem Abendessen ging es also zuerst in ein Feuchtgebiet,
wo wir von einem Parkplatz aus losliefen zu einer Plattform. Was wir dort sahen
und erlebten, zeigen die folgenden Bilder…
Rohrweihe (Circus aeruginosus) Western Marsh Harrier

Wir standen eine Weile auf dem Hochstand herum und hofften dass das Blaukehlchen sich blicken ließ. Statt dessen flog in einiger Entfernung eine Rohrweihe herum.

Und in großer Entfernung flog am Waldrand eine Waldschnepfe.
Wir waren noch dabei, die Waldschnepfe zu beobachten, als wir unterbrochen wurden:
AI KI generiertes Bild
Die europäische Nachtschwalbe – European Nightjar – (Caprimulgus europaeus)ist ein geheimnisvoller und interessanter Vogel, dem in der Vergangenheit der mythologische Name Ziegenmelker zugeschrieben wurde. Er wurde gerade in Mittelmeerländern beobachtet, dass die Nachtschwalbe nachts um die Ziegenherden flog. Tatsächlich jagt die Nachtschwalbe jedoch Insekten, die von den Ziegen angezogen werden.
Der wissenschaftliche Name Caprimulgus “Ziegenmelker” (von lateinisch capra = Ziege und mulgere = melken) wurde ihr bereits von Carl von Linné in seiner Systematik der Tiere verliehen und spiegelt den historischen Aberglauben wider. Linné orientierte sich an antiken Quellen:
Aristoteles (384–322 v. Chr.) beschrieb die Nachtschwalbe in seiner Tiergeschichte als “Aigothēlas” (αἰγοθήλας) beschrieb – ebenfalls mit der Bedeutung “Ziegenmelker”.
Und Plinius der Ältere (23–79 n. Chr.) berichtete in seiner Naturalis Historia von einem Vogel, der Ziegen die Milch aussauge.
Linné griff diese Tradition auf, weil sie bereits etabliert war – auch wenn sie wissenschaftlich fragwürdig war.
Damals gab es weder detaillierte Feldstudien oder Verhaltensforschung.
Keine optischen Hilfsmittel wie Ferngläser oder Nachtsichtgeräte und auch keine Fotografie oder Videos, um das Verhalten zu dokumentieren.
Linné musste sich daher auf Beobachtungen von Laien und antike Texte verlassen – selbst, wenn diese fehlerhaft waren.
Linnés System zielte darauf ab, Kontinuität in der Namensgebung zu schaffen. Selbst wenn ein Name auf Aberglauben beruhte, war es praktischer, ihn zu übernehmen, als ein neues, möglicherweise noch unbekannteres Wort einzuführen.
So blieb der Name Caprimulgus als historisches Relikt erhalten. Der Name “Ziegenmelker” ist weiterhin vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitet, aber auch in anderen europäischen Sprachen, z. B. „goatsucker“ im Englischen oder “geitenmelker” im Niederländischen.
Die europäische Nachtschwalbe alias „Ziegenmelker“ ist ein nachtaktiver Vogel, der sich von Insekten ernährt und bei Dämmerung zu jagen beginnt. Sie kann den Rachen weit öffnen, an den Rändern wirken Borstenhaare als Kescher für die Insekten. Sein graubraun geflecktes Gefieder ist perfekt angepasst. Wenn der Vogel tagsüber mit fast geschlossenen Augen längs auf einem Ast ruht, verschmilzt er mit seiner Umgebung. Aber wenn es Nacht wird und zur Balzzeit markieren die Männchen durch ihren schnurrenden Ruf ihre Reviere in sandigen Heidegebieten und in Kiefernwäldern. Wir hatten 2019 das Erlebnis auf einem Truppenübungsplatz in der Lausitz Nachtschwalben zu hören und zu beobachten. Sie zu fotografieren dann bei dieser Reise nach Nord-Ost-Polen.
Der wissenschaftliche Name Caprimulgus “Ziegenmelker” (von lateinisch capra = Ziege und mulgere = melken) wurde ihr bereits von Carl von Linné in seiner Systematik der Tiere verliehen und spiegelt den historischen Aberglauben wider. Linné orientierte sich an antiken Quellen:
Aristoteles (384–322 v. Chr.) beschrieb die Nachtschwalbe in seiner Tiergeschichte als “Aigothēlas” (αἰγοθήλας) beschrieb – ebenfalls mit der Bedeutung “Ziegenmelker”.
Und Plinius der Ältere (23–79 n. Chr.) berichtete in seiner Naturalis Historia von einem Vogel, der Ziegen die Milch aussauge.
Linné griff diese Tradition auf, weil sie bereits etabliert war – auch wenn sie wissenschaftlich fragwürdig war.
Damals gab es weder detaillierte Feldstudien oder Verhaltensforschung.
Keine optischen Hilfsmittel wie Ferngläser oder Nachtsichtgeräte und auch keine Fotografie oder Videos, um das Verhalten zu dokumentieren.
Linné musste sich daher auf Beobachtungen von Laien und antike Texte verlassen – selbst, wenn diese fehlerhaft waren.
Linnés System zielte darauf ab, Kontinuität in der Namensgebung zu schaffen. Selbst wenn ein Name auf Aberglauben beruhte, war es praktischer, ihn zu übernehmen, als ein neues, möglicherweise noch unbekannteres Wort einzuführen.
So blieb der Name Caprimulgus als historisches Relikt erhalten. Der Name “Ziegenmelker” ist weiterhin vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitet, aber auch in anderen europäischen Sprachen, z. B. „goatsucker“ im Englischen oder “geitenmelker” im Niederländischen.
Die europäische Nachtschwalbe alias „Ziegenmelker“ ist ein nachtaktiver Vogel, der sich von Insekten ernährt und bei Dämmerung zu jagen beginnt. Sie kann den Rachen weit öffnen, an den Rändern wirken Borstenhaare als Kescher für die Insekten. Sein graubraun geflecktes Gefieder ist perfekt angepasst. Wenn der Vogel tagsüber mit fast geschlossenen Augen längs auf einem Ast ruht, verschmilzt er mit seiner Umgebung. Aber wenn es Nacht wird und zur Balzzeit markieren die Männchen durch ihren schnurrenden Ruf ihre Reviere in sandigen Heidegebieten und in Kiefernwäldern. Wir hatten 2019 das Erlebnis auf einem Truppenübungsplatz in der Lausitz Nachtschwalben zu hören und zu beobachten. Sie zu fotografieren dann bei dieser Reise nach Nord-Ost-Polen.

Nun brach langsam die Dämmerung herein und wir fuhren in ein nahes Waldstück in dem die Nachtschwalbe oder eben Ziegenmelker sein Revier hat.
Dort angekommen hörten wir auch bald ein leises Schnurren, der Gesang der Nachtschwalbe. Und plötzlich waren sie da und dann auch schon wieder weg.
Mit einer Spannweite von 60 cm sind Nachtschwalben nicht gerade klein.