Gabelracke

        Reisebericht Äthiopien 2011

                Uta und Lutz Schmechta

Spornkiebitz
Wermutregenpfeifer
Nektarvogel

Simienwolf

17.April 2011

Fahrt Richtung Awash

Haubenzwergfischer
Bild [2.1] Haubenzwergfischer| Malachite Kingfisher|
Alcedo cristata

Nach einstündiger und sehr kurzweiliger Fahrt weg. des Films, der als Straßenszene an uns vorbeizieht, landen wir im Naherholungsgebiet des Bora – Sees im Ort Debre Zeit. Reggae-Musik vermittelt Sunny-Sunday Feeling. Pelikane gleiten über den See und landen wie Wasserflugzeuge. Wunderbare kleine ornithologische Juwelen hängen an Blüten. In diesem abgeschlossenen Gebiet nisten viele Vögel, die wir hier zum ersten Mal sehen….Liste

Gelbe Webervögel bauen Luftschlösser mit Substanz, hängen unten an ihren Bauprojekten und flechten mit dem Schnabel immer neue Halme ein, wir würden es nicht mal mit den Händen schaffen.

Gerüste
Bild [2.3] Gerüst

Auch die Gerüste der bauenden Menschen wirken filigran. Anscheinend ist die Baukunst-  und Methode in Äthiopien sogar bei Wolkenkratzern die gleiche geblieben: Es werden zierliche Gerüste und Stützstreben aus Eukalyptusholz verwendet. Dazu als Außenverkleidung für die Baustelle Säcke davor gehängt. Manches wirkt wie eine Ruine oder ein Posten im Stellungskrieg in Beirut, aber das Ganze scheint System zu haben und wird dann irgendwann auch fertiggestellt.

Auch das Hotel in Nazareth, wo wir Mittagspause machen, hat wegen Reparaturarbeiten ein solches Gerüst, das
verschiedenen Vogelarten als Ausguck und Rastplatz dient. Wir erfrischen uns drinnen mit eisgekühltem Papayajus, der dickflüssig genossen und mit Limette aromatisiert wird. Da er aus reinen Früchten hergestellt ist, haben wir während unserer gesamten Reise immer wieder auf diese Vitaminquelle zurückgegriffen. Ohne jegliche negativen Folgen wie Durchfall o.ä.. Wir bestellen dann auch das traditionelle Fasting Food, Fastenmahl der Äthiopier, das hier als gefüllte fluffige Injeera mit nochmal soviel gewürztem und in Stücke geschnittenem Injeerafladen serviert wird. Die Alternative ist Injeera mit einer Vielzahl von Saucen und Dips.  Draußen weht ein heißer wüstenartiger Wind, aber der Park mit seinen blühenden Bougainvilleas und Akazien ist eine grüne Schattenoase für Vögel verschiedenster Arten und Farben. Immer wieder stürzt einer von unserer Gruppe mit der Kamera nach draußen.
Unsere Fahrt führt uns dann weiter ins Awash-Gebiet, im dortigen Nationalpark werden wir in der Keriyu-Logde zwei Nächte verbringen. Schon die Fahrt ist wieder sehr abwechlungsreich. Das belebte Nazareth an einem Sonntag Nachmittag liegt hinter uns und die traditionellen strohgedeckten Rundhütten werden häufiger.

Mörser
Bild [2.5] Mörser werden am Straßenrand angeboten.

Am Straßenrand werden große Holzmörser zum Zermahlen des traditionellen Getreides Teff angeboten. In den Ortschaften wimmelt und wuselt das Leben - da es die Transitstrecke nach Dschibouti ist, halten hier viele Trucks, Bananen werden durch das Fenster gereicht oder man unterhält sich. Überall gibt es eisgekühlte Coca Cola oder Pepsi, die Werbeschilder aller Größen und Farben begegnen uns während der gesamten Reise.

Über eine Pass-Straße hinweg geht es hinunter in die Ebene mit zwei großen Seen, wo wir sogar Krokodile beobachten. Eine Vielzahl an Limikolen und die großen Marabus schauen nach verwertbarem im Uferbereich. Wir überqueren die hier ganz neuen Gleise der Bahnlinie nach Dschibouti.
Schienenstrang
Bild [2.7] Schienenstrang
Allerdings verkehren auf dieser Linie vor allem Fußgänger, Esel und Kamele. Wegen Sprengstoffattentaten jenseits der Grenze ist der Zugverkehr derzeit eingestellt.
Müde und voll von Eindrücken und mit der ersten vollen Speicherkarte kommen wir in der Dämmerung in unserem Quartier an. Im Lichtkegel der Taschenlampen erschließt sich uns eine gewisse Tristesse. Der Wohnwagenpark war Anfang 1980 modern und auf dem neuesten Stand. Seither hat jedenfalls die Keramikabteilung unseres Wagens gelitten. Doch die breiten Betten sind gut und fest gepolstert und die Moskitonetze an den Fenstern intakt. Lutz fällt ein Akku hinunter und rollt unters Bett. Darunter ist alles korrekt sauber. Und auf die Kommode hat Jemand eine Kerze  ( und Streichhölzer ) gestellt und auch ein Eimer Wasser zum Spülen des Klos oder zum Waschen steht bereit. Zähneputzen und Haarewaschen erledigen wir bei Tageslicht und vor dem Wagen, größere Erledigungen im Busch außerhalb des Camps. Das Restaurant auf der Veranda eröffnet einen spektakulären Blick auf den Canyon des Awash. Das entschädigt für das etwas salzarme Essen und das Fleisch, das man lange kauen muss. Das Bier dagegen ist nahrhaft und läßt uns später am Abend in erholsamen Schlaf sinken.

    weiterlesen